
Clowns und Narren
Taketina News "Jahresanfang '26"
oder
"Clowns und Narren"
Es gibt Menschen, die Humor, Komik und Lachen sogar zum Beruf gemacht haben !
Einer davon heißt David Gilmore (*1949), den ich neulich in einem Workshop im Odenwald-Institut kennenlernen durfte,
ein weiterer Pionier wäre Peter Shub (*1957).
So unterschiedlich beide in ihrer Persönlichkeit auf mich wirken, es gibt doch einige Gemeinsamkeiten :
Beide haben zunächst eine zutiefst humanistische Einstellung, die sich in ihrer Offenheit in der Begegnung mit anderen Menschen
ausdrückt. Dazu kommt ein Augenzwinkern über sich selbst, und damit verbunden eine Loslösung von Selbst- und Vorurteilen, die sehr ansteckend wirkt.
In ihren Workshops finden sich als Bausteine für Komik und Witz sehr viel Körperarbeit mit Atmen, Mimik und Gestik und ein intensives Lernen von wacher Präsenz, also ein genaues Beobachten und körperliches Wahrnehmen der gegenwärtigen Situation und sich selber.
Die Lust am Ausdruck, am freudvollen Spielen und eine Gelassenheit im Sein ohne voriges Konzept sind beiden sehr wichtig.
Beide sind der Meinung, daß alle Anlagen für einen Clown in jedem Menschen immer vorhanden sind und auch stets abrufbar sein können.
Peter Shub schreibt dazu:
Wir haben alle stehen und gehen gelernt, indem wir hingefallen sind. Sicherheit und Unsicherheit, Stabilität und Instabilität sind fundamentale Aspekte des menschlichen Lernprozesses, Gleichgewicht und Ungleichgewicht wirken stets aufeinander ein. Wir können unsere Augen für dieses unaufhaltsame Zusammenspiel öffnen.
Und David Gilmore schreibt:
Der Weg des Narren heißt für mich "Mut zum Menschsein". Das bedeutet für mich, die Sprache des eigenen Herzens zu finden und danach zu leben. Dafür braucht es Spiel- und Freiraum fürs Fühlen, Denken, Handeln. Clowns oder Narren können sich in alle Lebenshaltungen und Perspektiven einsetzen und bringen die Menschen sowohl zum Lachen bzw. zum Nachdenken.
Der Clown steht für Spiel- und Lebenslust und möchte, daß Menschen lachen und sich freuen. Er tut alles dafür.
Der Narr steht für das Bedürfnis nach Wahrhaftigkeit: Was stimmt hier wirklich? Er ist bereit, alles zu geben, um Widersprüche, Gegensätze und Unstimmigkeiten deutlich zu machen, die ihm auffallen, am besten dadurch, daß man über sich selbst lacht.
Ich würde dazu noch ergänzen:
Der Clown bringt nicht nur die Menschen durch Späße zum Lachen, sondern berührt uns zutiefst, weil wir uns in ihm erkennen können;
gerade die Seiten, wo wir "scheitern" und die wir gerne verstecken.
Mit den Augen des Narren können wir uns darüber hinaus von geprägten Rollenbildern lösen und in die Gegenwart eintauchen.
In der Gegenwart zu sein heißt unvoreingenommen und offen und gleichzeitig präsent zu sein.
Auch im Taketina kann ich auf spielerische Weise diese Prinzipien und deren Wirkungen ausprobieren !
Offenheit: durch Ausprobieren von Körperbewegungen, die mir (vielleicht noch) unbekannt sind.
Spiel- und Lebenslust: wenn es mir auch vielleicht nur zeitweise gelingt, in den Groove / Fluß zu kommen. Fühle ich Leichtigkeit ?
Augenzwinkern, Lachen über sich selbst: das könnte durchaus in Situationen passieren, in denen ich aus dem Rhythmus falle.
Sicherheit/Unsicherheit: Wie nehmen ich mich jeweils wahr ? Was braucht es dann dafür ?
Mut zum Menschsein: Wo sind meine Grenzen ? Kann ich authentisch sein ?
Wache Präsenz: intensives Spüren des Rhythmus in mir selbst
Gelassenheit im Sein: fehlertolerantes Spiel, mir Zeit und Raum gönnen
Berührbarkeit: Das ist in der Gemeinschaft möglich und gefördert
Im Taketina Kreis kann ich lernen, mich mit meinen eigenen Stellschrauben zu erfahren und zu verändern.
Es kann durchaus sein, daß mir dann diese Stellschrauben auch im Alltag zur Verfügung stehen.
Dazu möchte ich dich einladen: Lerne mit der Inspiration von Taketina immer mehr Bereiche von Dir kennen !
Alles Liebe,
Alex